Auf der einen Seite ist der Ansatz wirklich durchdacht. Man justiert Orbital-Parameter, baut eine Atmosphäre Schicht für Schicht auf, wählt den Sterntyp und beobachtet, wie die Temperatur, der Wasserzustand und der sogenannte Life-Score sich in Echtzeit verändern. Das ist kein oberflächliches Spielzeug — die physikalischen Zusammenhänge sind spürbar modelliert. Wenn man den CO2-Anteil erhöht, steigt die Temperatur tatsächlich durch den Treibhauseffekt. Wenn man die Umlaufbahn zu weit vom Stern entfernt, friert alles ein. Das fühlt sich nicht wie Raten an, sondern wie echtes Experimentieren.
Auf der anderen Seite frage ich mich, für wen diese App eigentlich gemacht ist. Für Gelegenheitsnutzer ist sie möglicherweise zu abstrakt — es gibt keine Geschichte, keine Figuren, keine emotionale Bindung, nur Schieberegler und Zahlenwerte. Für wirklich wissenschaftlich Interessierte fehlen dagegen womöglich die Tiefe und die Quellenangaben, die man sich für ein ernsthaftes Lernwerkzeug wünschen würde. Es ist ein Mittelding, das gut funktioniert, aber seinen Platz noch sucht.
Die Benutzeroberfläche ist sauber und logisch aufgebaut — Tabs für Orbit, Struktur, Atmosphäre, Wasser. Das Schritt-für-Schritt-System beim Erstellen eines neuen Planeten hilft dem Einstieg. Trotzdem gibt es Momente, in denen man sich fragt, warum manche Parameter nicht weiter erklärt werden. Ein kurzer Tooltip wäre manchmal Gold wert.
Fazit: Eine App mit echtem Potenzial, die aber noch nicht ganz weiß, wen sie ansprechen will. Mal abwarten, ob zukünftige Updates das Angebot schärfen.
8 replies