FireRune organisiert den gesamten Brandschutzalltag in vier Hauptbereichen: Standortverwaltung, Audit-Labor, Ingenieursrechner und KI-Assistent. Jeder Bereich ist über die untere Tab-Leiste erreichbar und folgt derselben klaren Navigationslogik – ein Zurück-Button auf Detailseiten, schwebende Aktionsschaltflächen für primäre Aktionen und tabbasierte Unterabschnitte für logische Gruppierung.
Gebäude, Pläne und Ausrüstung
In der zentralen Standortliste erhält jedes Gebäude einen Building Health Score, der Inspektionshistorie, Ausrüstungszustand und offene Verstöße zu einer einzigen Kennzahl verdichtet. Pro Standort lassen sich Grundrisse auf einem Raster-Canvas zeichnen – Wände, Türen, Fenster, Treppen und Notausgänge – sowie primäre und alternative Evakuierungsrouten mit animierten Pfeilen anlegen. Für einen schnellen Einstieg stehen vorgefertigte Vorlagen für Büros, Lagerhallen, Restaurants, Klassenzimmer und Einzelhandelsgeschäfte bereit. Feuerwehrhydranten werden in einer Radar-Ansicht mit konzentrischen Ringen und Entfernungsangaben kartiert. Dazu kommen ein Ausrüstungslebenszyklus-Tracking, ein Personalregister und ein Dokumententresor für Lizenzen und Zertifikate.
Inspektionen und Berichte
Prüfungen laufen mit integrierten oder vollständig angepassten Checklisten. Jeder Punkt wird als bestanden oder nicht bestanden markiert, Fotodokumente können direkt angehängt werden, und Verstöße werden mit Schweregrad, Frist und verantwortlicher Person erfasst. Der Live-Compliance-Score aktualisiert sich dabei in Echtzeit. Nach Abschluss wird der Bericht auf dem Bildschirm unterschrieben und als sauberes PDF exportiert. Im Verlaufsbereich zeigt ein Liniendiagramm den Compliance-Trend über Monate; die Verletzungs-Heatmap hebt genau jene Stellen im Gebäudeplan hervor, an denen sich Probleme häufen.
Rechner und KI
Sieben Ingenieursrechner decken Evakuierungszeit, Brandlastkategorie, Löscher-Abdeckung, Rauchmelderbstände, Feuerwiderstand, Wasserversorgungsbedarf und Notbeleuchtung ab. Die Normenauswahl zwischen GOST, NFPA und EN lässt sich jederzeit wechseln; Ergebnisse werden als visuelle Diagramme dargestellt und können direkt einem Standort zugeordnet gespeichert werden. Der KI-Assistent analysiert Fotos von Räumen, Lagerbereichen oder Schalttafeln auf sichtbare Brandgefahren, extrahiert aus fotografierten Prüfbescheiden Verstöße und Fristen und generiert vollständige Sicherheitsunterweisung-Skripte. Offline-Kurzinfokarten zu gängigen Nutzungsarten stehen ohne Verbindung bereit.
Ein kritischer Blick
Der Farbkodierung kommt in FireRune eine tragende Rolle zu: Grün steht für „OK", Orange für Warnung, Rot für kritische Zustände. Für farbenblinde Nutzer kann die Unterscheidung zwischen Orange und Rot sowie zwischen Grün und Orange jedoch schwierig sein, da die Statusanzeigen primär auf Farbe statt auf ergänzenden Icons oder Textlabels beruhen. Auch der Grundriss-Editor erfordert präzise Touch-Eingaben, die für motorisch eingeschränkte Nutzer eine Hürde darstellen können. Das dunkle Interface mit dem goldenen Drachen-Artwork – detaillierte Schuppen, Mähne, rote Laternen – wirkt atmosphärisch, kann aber für Nutzer mit Aufmerksamkeitsstörungen ablenkend sein.
FireRune wirkt wie ein Werkzeug, das von jemandem gebaut wurde, der tatsächlich Brandschutzbegehungen kennt: Die Abfolge von Checkliste, Fotodokumentation, Verstoßerfassung und PDF-Export folgt einer Logik, die sich im Feld bewährt haben dürfte – nicht im Marketingmeeting.