Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Man schiebt Eier zu Nestern, ähnlich wie beim klassischen Sokoban, und hat dabei eine begrenzte Anzahl an Zügen zur Verfügung. Was auf den ersten Blick trivial klingt — und das muss man zugeben, der erste Level vermittelt kaum mehr als ein gemütliches Tutorial-Gefühl —, entfaltet sich ab dem mittleren Schwierigkeitsbereich zu echten Denkaufgaben, die eine gewisse Planungstiefe verlangen. Man steht vor einem Gitter, sieht die Hindernisse, zählt gedanklich die Züge ab und merkt erst nach dem dritten Fehlversuch, dass man von Anfang an den falschen Ansatz gewählt hat. Das ist, wenn ich ehrlich bin, genau das, was ich von einem Puzzlespiel erwarte.
Was mich hingegen etwas nachdenklich stimmt, ist das Freischalt-System für die Hühner-Skins. Die Skins sind nicht nur kosmetischer Natur — sie tragen laut Spielbeschreibung echte Sonderfertigkeiten mit sich, etwa Doppelzüge oder einen Magnet-Mechanismus. Das bedeutet, dass das Freischalten dieser Skins nicht bloß Dekoration ist, sondern potenziell spielrelevant wird. Ob das als clevere Progression oder als subtiler Druck zu werten ist, lässt sich ohne genaue Kenntnis der Freischalt-Bedingungen schwer sagen — und genau das fehlt mir: Transparenz darüber, wie man an diese Skins gelangt und ob man sie wirklich braucht, um spätere Level zu meistern.
Die Optik ist bunt und kindgerecht, die Steuerung reagiert präzise, und das Leveldesign zeigt zumindest in den ersten Dutzend Stufen eine spürbare Sorgfalt. Ob das Spiel langfristig trägt — also ob die Rätsel wirklich konsequent an Komplexität zunehmen oder ob man irgendwann gegen eine künstliche Wand aus Schwierigkeit stößt, die nur durch bestimmte Skin-Fähigkeiten zu überwinden ist —, das kann ich nach meiner bisherigen Spielzeit noch nicht abschließend beurteilen.
Insgesamt: ein solides Puzzlespiel mit einem charmanten Konzept, dessen langfristiger Wert noch offen ist.
3 replies