Das Konzept ist im Kern nicht schlecht: Man bekommt tatsächlich tägliche Kaufempfehlungen mit Einstiegskurs, Kurszielen und Stop-Loss-Marken — das ist strukturiert und für Einsteiger prinzipiell hilfreich. Die Darstellung ist klar gegliedert, man sieht auf einen Blick, welche Ziele bereits erreicht wurden und welche noch ausstehen. Das gefällt mir.
Aber — und da fängt es an zu kratzen — wie verlässlich sind diese Tipps eigentlich? Ein Hinweis wie 'Risky Call' steht gleichberechtigt neben 'Sure Shot Call', ohne dass irgendwo erklärt wird, nach welcher Methodik diese Einschätzungen entstehen. Wer entscheidet das? Auf welcher Datenbasis? Die App gibt darüber keinerlei Auskunft. Das ist für jemanden, der ernsthaft lernen möchte, wie der Aktienmarkt funktioniert, ein erhebliches Problem.
Dazu kommt: Es gibt einen kostenpflichtigen Bereich, die sogenannten 'Paid Tips'. Was genau man dort bekommt, was diese Tipps besser macht als die kostenlosen — das bleibt völlig unklar. Ist der Mehrwert den Preis wert, wenn man nicht einmal weiß, wie die kostenlosen Empfehlungen zustande kommen? Das erscheint mir fraglich.
Die Anbindung an Telegram, YouTube und Facebook ist nett gemeint, wirkt aber eher wie eine Marketingmaßnahme als echter Mehrwert für Lernende. Wirklich strukturiertes Lernmaterial habe ich in der App selbst kaum gefunden — zumindest nicht in dem Umfang, den die Beschreibung verspricht.
Als erster Orientierungspunkt mag Crazy Traders für absolute Anfänger taugen, die einfach mal schauen wollen, wie solche Tipps aussehen. Für eine fundierte Ausbildung im Trading reicht das aber nicht. Mal abwarten, ob sich da noch etwas tut.
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